7862910246_fa84ded0c0_k

Migräne Check (1)

…auch Salvatore Dali litt unter Migräne. Er hat, wie andere Künstler auch, die Aura Erlebnisse in seiner Kunst verarbeitet. Migräne zu erkennen, diesen Kopfschmerz von anderen Kopfschmerzarten zu differenzieren und Behandlungsansätze aufzeigen, ist das Ziel des Beitrag „Migräne Check“ – heute Teil 1.

Definition: Migräne ist laut International Haedache Society (IHS), 2013 eine ‚Erkrankung des Gehirns‘ -eine primäre Kopfschmerzerkrankung. Migräne kommt weltweit häufig vor (Prävalenz 10-15%), tritt meist zwischen 35.-45. Lebensjahr auf, doppelt so oft bei Frauen wie bei Männern. Es gibt eine erbliche Disposition (40-50%).

Diagnostik: typische Anamnese und unauffälliger neurologischer Untersuchungsbefund.

Und das sind laut IHS die typischen Zeichen:

  • Migräne ohne Aura: Dauer 4-72 h, Lokalisation: unilateral, Schmerzcharakteristik: pulsierend. Intensität: moderat bis hoch, körperliche Aktivität verstärkt die Beschwerden, begleitet von Übelkeit, Seh- und Geräuschempfindlichkeit.
  • Migräne mit Aura (15-20%): wiederkehrende Attacken (minutenlang bis 1h), die Stunden oder Tage vor Auftreten der Kopfschmerzen einsetzen, Lokalisation: unilateral, verbunden mit visuellen, sensiblen oder anderen zentralen Symptomen (Aphasie & Dysarthrie)…eine eindrucksvolle Vorstellung der Aura bekommt man hier: https://www.youtube.com/ unter visual migraine animation.

„Aura“ ist eine neurologische Symptomatik, verursacht durch eine Welle neuronaler Entladungen (3-5mm/min) unter Wahrnehmung von Lichtblitzen u.ä.

Der Migräneschmerz entsteht infolge einer neurogenen Entzündung, die Schmerzweiterleitung erfolgt über den trigeminocervikalen Komplex und hier wird es spannend: Afferenzen aus aus den Segmenten der oberen Halswirbelsäule überlappen sich mit Afferenzen aus dem N. trigeminus. Und: eine zentrale Sensibilisierung und Übererregbarkeit ist möglich !

Wie lässt sich nun dieser spezifische Kopfschmerz von anderen unterscheiden ? Weitere häufige Kopfschmerzarten, die Manualtherapeuten im  Praxisalltag ‚unter die Finger‘ kommen, sind: Spannungskopfschmerz und der zervikogene Kopfschmerz.

Auch hierfür gibt es laut IHS typische Zeichen:

  • Spannungskopfschmerz: ein primärer Kopfschmerz. Dauer: 30 Min bis 7 Tage, Lokalisation: gesamter Kopf, wie eine ‚Schraubzwinge‘, Charakteristik: drückend ziehend (Übelkeit fehlt), körperliche Aktivität hat keinen Einfluss auf die Symptomatik.
  • Zervikogener Kopfschmerz: ein sekundärer Kopfschmerz. Dauer: 30 Min bis 7 Tage, Lokalisation: unilateral oder bilateral, oft im Nacken beginnend. Charakteristik: drückend dumpf. Und: es liegt eine Störung in der Halswirbelsäule vor !

In der Differenzierung liegt die Chance einen Behandlungsansatz zu finden …mehr dazu im nächsten Beitrag.

Leave a reply:

Your email address will not be published.

Site Footer